Case Study Museum für Naturkunde Berlin
Umsetzung
2026
Standort
Berlin
Einsatzort
Museum für Naturkunde Berlin
Raumtyp
Geweihsaal und Schädelsaal
Untergrund
Museumswand Lehmputz
Motiv
kuratierte Texte
Größe
1,5 x 1 m
Fläche
3 m²
Druckinformation
CMYK (Graustufen) 8BIT 300DPI - 8P B OL 450 UV80% 620x1000
Farbverbrauch
3,2 ml
Druckdauer
3:52 h
Besonderheit
Lehm Putzwand in denkmalgeschütztem Museum
Projektdetails
Museum für Naturkunde Berlin — Direktdruck auf historischem Lehmputz
Im Rahmen einer Neugestaltung von Ausstellungsbereichen im Museum für Naturkunde Berlin wurde für den Geweihsaal und den Schädelsaal eine direkte Wandbeschriftung auf historischem Lehmputz realisiert.
Bestandteil des Konzepts war eine 3 m² große Textfläche, die nicht als aufgesetztes Gestaltungselement, sondern als integraler Bestandteil der Raumatmosphäre wirken sollte.
Die Herausforderung bestand darin, die Grafik direkt auf den Lehmputz aufzubringen — ohne Folie, ohne Trägermedium, ohne Eingriff in die denkmalgeschützte Substanz. Die natürliche Textur und Materialität der historischen Wandoberfläche sollte bewusst erhalten bleiben und gestalterisch mit dem aufgedruckten Text interagieren.
Ziel des Projekts
Ziel war es, die Wand selbst zum Informationsträger zu machen und eine nahtlose Verbindung zwischen Raum, Geschichte und Gestaltung zu schaffen. Dabei standen folgende Anforderungen im Fokus:
Direktdruck auf Lehmputz
Erhalt der sichtbaren Wandstruktur und Materialität
Einhaltung aller Auflagen
Präzise Umsetzung in zwei sensiblen Ausstellungsräumen
Minimale Beeinträchtigung des laufenden Museumsbetriebs
Die Gestaltung sollte nicht wie ein Fremdkörper wirken, sondern als unmittelbarer Bestandteil des historischen Raums wahrgenommen werden.Direktdruck auf historischem Lehmputz
Die 3 m² große Wandfläche im Geweihsaal und Schädelsaal des Museums für Naturkunde Berlin wurde direkt vor Ort bedruckt. Ziel war es, die rohe Materialität des historischen Lehmputzes bewusst sichtbar zu lassen und den Text mit der natürlichen Oberflächenstruktur interagieren zu lassen.
Der UV-Direktdruck ermöglichte eine unmittelbare Applikation der Gestaltung ohne:
Folierung
Kaschierung
zusätzliche Beschichtung
separate Druckträger
Eingriff in die denkmalgeschützte Substanz
Die Tinte wurde direkt auf die offenporige Lehmputzoberfläche aufgebracht und mittels UV-Härtung sofort fixiert. Arbeiten auf Naturmaterial - Lehmputz stellt besondere Anforderungen an den Druckprozess:
unregelmäßige Saugfähigkeit durch die poröse Struktur
natürliche Unebenheiten und Risse in der Oberfläche
unterschiedliche Schichttiefen im Putzauftrag
historisch gewachsene Farbvarianz im Material
Diese Eigenschaften wurden nicht kaschiert, sondern bewusst in die Gestaltung integriert. Die Druckdaten waren so angelegt, dass Text und Wandoberfläche miteinander arbeiten, statt gegeneinander.
Präzise Positionierung auf sensibler Wandfläche - Da es sich um denkmalgeschützte Räume mit atmosphärisch hoher Bedeutung handelte, war eine exakte Ausrichtung der Druckdaten entscheidend. Die Wand fungierte gleichzeitig als historisches Architekturelement und als Informationsträger.
Die Umsetzung erforderte:
präzise Vermessung der Wandfläche
exakte Positionierung der Druckbahnen
kontrollierte Führung des Druckkopfs über die unebene Oberfläche
gleichmäßige UV-Härtung zur Sicherstellung einer homogenen Oberfläche
Gesamtdruckdauer von 3 Stunden und 52 Minuten
Das Ergebnis ist ein dauerhaft bedruckter Wandbereich, bei dem Text und historischer Raum eine gestalterische Einheit bilden.
Direktdruck ohne zusätzliche Trägermaterialien
Die Wandbeschriftung im Geweihsaal und Schädelsaal des Museums für Naturkunde Berlin erfolgte ohne Folien, Kaschierungen oder separate Druckträger. Der UV-Direktdruck wurde unmittelbar auf den historischen Lehmputz aufgebracht.
Dadurch entfielen:
Kunststofffolien
Trägermaterialien und Klebesysteme
Klebstoffe und Haftvermittler
Transport- und Verpackungskomponenten für externe Druckträger
mechanische Befestigungselemente
Die Grafik ist integraler Bestandteil der Wandoberfläche — nicht ein zusätzlich montiertes Element.
Materialehrlichkeit statt Materialüberlagerung
Statt den historischen Lehmputz durch Beschichtungen oder Trägermedien zu überdecken, blieb die Oberfläche bewusst unbehandelt. Die natürliche Struktur und Textur des Putzes wurden in das Gestaltungskonzept einbezogen.
Das reduziert:
zusätzliche chemische Oberflächenbehandlungen
mehrschichtige Materialaufbauten
spätere Trenn- oder Entsorgungsprozesse
Die Wandfläche bleibt konstruktiv klar und in ihrer historischen Substanz erhalten.
Denkmalverträglichkeit als Nachhaltigkeitsprinzip
Da der Druck direkt auf die bestehende Wandoberfläche aufgebracht wird, bleibt die historische Substanz vollständig erhalten. Die Fläche kann:
weiter als Ausstellungsbereich genutzt werden
bei Bedarf neu bespielt werden
ohne Rückstände oder Beschädigungen in den Ursprungszustand versetzt werden
langfristig in wechselnde Ausstellungskonzepte integriert werden
Es entsteht kein temporäres Trägersystem, das nach der Ausstellung entfernt und entsorgt werden muss.
Ressourcenschonung im Museumsbetrieb
Im Kontext denkmalgeschützter Museen, in denen Gestaltungseingriffe stets mit erheblichem Material- und Planungsaufwand verbunden sind, bietet der Direktdruck auf bestehende Wandflächen eine substanzschonende Alternative.
Die Kombination aus:
Wegfall zusätzlicher Druckträger
reduzierter Logistik
unmittelbarer Integration in die historische Oberfläche
langfristiger Nutzbarkeit ohne Folgeeingriffe
macht den UV-Direktdruck zu einer nachhaltigen Lösung im Bereich Museumsszenografie und denkmalgerechter Ausstellungsgestaltung.
Der Direktdruck auf den 3 m² großen Lehmputzflächen im Geweihsaal und Schädelsaal des Museums für Naturkunde Berlin zeigt, wie sich Text, Oberfläche und historischer Raum zu einer gestalterischen Einheit verbinden lassen.
Durch den Verzicht auf zusätzliche Trägermaterialien und die bewusste Einbindung der natürlichen Putzstruktur entstand eine materialgerechte, substanzschonende Gestaltungslösung. Die Beschriftung wirkt nicht appliziert, sondern als integraler Bestandteil der Wand — und des Raums.
Das Projekt verdeutlicht die gestalterischen Möglichkeiten des UV-Direktdrucks jenseits glatter, industriell gefertigter Oberflächen. Neben standardisierten Druckuntergründen eröffnet die Technik Potenziale im Bereich denkmalgeschützter Architektur, Museumsszenografie und anspruchsvoller Ausstellungsgestaltung.
Die Kombination aus Materialbewusstsein, technischer Präzision und denkmalpflegerischer Sorgfalt unterstreicht die Eignung des Direktdrucks für Projekte, bei denen historische Substanz und moderne Kommunikation gleichzeitig höchsten Anforderungen genügen müssen.
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